Vergiftung beim Tier – was tun?
Verdacht auf Vergiftung? Ruf sofort deine Tierarztpraxis, den tierärztlichen Notdienst oder eine Tierklinik an –
auch wenn dein Tier noch munter wirkt. Viele Gifte wirken erst nach Stunden oder Tagen.
Die wichtigsten Regeln
- Sofort anrufen und schildern: Was, wie viel, wann – und wie schwer ist dein Tier ungefähr?
- Kein Erbrechen selbst auslösen – kein Salzwasser, keine Finger im Hals. Bei ätzenden Stoffen kann Erbrechen zusätzlich schaden. Ob Erbrechen sinnvoll ist, entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt.
- Keine Hausmittel: keine Milch, kein Öl, keine Kohle auf eigene Faust.
- Reste sichern: Verpackung, Beipackzettel, Pflanzenteile, Köder oder Erbrochenes in eine Tüte packen und mitnehmen.
- Giftköder gefunden? Fotografieren, mit Handschuh einsammeln und bei der Polizei melden – so werden andere Tierhalter gewarnt.
Typische Vergiftungszeichen
Erbrechen, Durchfall, starkes Speicheln, Zittern, Krämpfe, Taumeln, Unruhe oder Apathie, blasse Schleimhäute, Blut im Urin oder Kot, schnelle Atmung, Herzrasen. Bei Rattengift treten Blutungen oft erst nach mehreren Tagen auf.
Was ist giftig? Häufige Gefahren im Alltag
HundeSchokolade und Kakao (je dunkler, desto gefährlicher), Xylit/Birkenzucker in Kaugummi und Süßigkeiten, Weintrauben und Rosinen,
Zwiebeln, Knoblauch und Lauch, Macadamianüsse, Alkohol, Koffein, Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol, Rattengift, Schneckenkorn, Frostschutzmittel.
KatzenLilien – schon Blütenstaub oder Vasenwasser können die Nieren schädigen –, Spot-on-Mittel für Hunde mit Permethrin,
Paracetamol, ätherische Öle wie Teebaumöl, Zwiebeln und Knoblauch, Frostschutzmittel und viele Zimmerpflanzen wie Dieffenbachie.
Kaninchen & NagerAvocado, Schokolade, Zimmer- und Gartenpflanzen wie Dieffenbachie, Efeu, Eibe, Rhododendron, Oleander und Maiglöckchen,
außerdem Zwiebelgewächse und angeknabberte Kabel (Stromschlag).
VögelAvocado, Salz, Schokolade, Alkohol, Rauch – und Dämpfe von überhitzten antihaftbeschichteten Pfannen (PTFE), die für Vögel schnell tödlich sein können.
PferdeEibe (schon kleine Mengen), Jakobskreuzkraut, Samen und Keimlinge des Bergahorns, Herbstzeitlose, Oleander, Robinie, Thuja/Lebensbaum –
und gärender Rasenschnitt oder Gartenabfälle über den Zaun.
Im ganzen HaushaltMedikamente für Menschen, Reinigungs- und Putzmittel, Pflanzenschutz- und Düngemittel, Batterien und Knopfzellen,
Zigaretten und E-Liquids, Silvesterreste, Streusalz an den Pfoten.
Die Liste ist nicht vollständig. Ob eine Menge gefährlich ist, hängt von Tierart, Gewicht und Stoff ab – bitte immer tierärztlich nachfragen.
Vorbeugen
- Medikamente, Süßigkeiten und Reinigungsmittel außer Reichweite aufbewahren – auch Handtaschen und Jackentaschen von Gästen.
- Vor dem Kauf von Pflanzen prüfen, ob sie für deine Tiere giftig sind. Für Katzenhaushalte: keine Lilien.
- Hunde an Orten mit bekannten Giftködern an der Leine führen; ein Anti-Giftköder-Training hilft.
- Parasitenmittel nur für die Tierart verwenden, für die sie zugelassen sind.
Diese Hinweise dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Beratung.