Notfall mit deinem Tier – was jetzt?
Warnzeichen – sofort zum Notdienst
- Atemnot: schwere oder sehr schnelle Atmung, Atmen mit offenem Maul (bei Katzen immer ein Alarmzeichen), bläuliche oder sehr blasse Zunge und Schleimhäute
- Kollaps oder Bewusstlosigkeit, Taumeln, plötzliche Lähmung der Beine
- Krampfanfall, der länger als zwei bis drei Minuten dauert, oder mehrere Anfälle hintereinander
- Starke Blutung, tiefe Wunden, Bissverletzungen am Bauch oder Brustkorb
- Verdacht auf Vergiftung – auch wenn dein Tier noch fit wirkt (was giftig ist)
- Aufgeblähter, harter Bauch und Würgen ohne Erbrechen beim Hund – Verdacht auf Magendrehung, jede Minute zählt
- Kolik beim Pferd: Scharren, häufiges Hinlegen und Wälzen, Schwitzen, Umschauen zum Bauch
- Kater oder Katze presst und es kommt kein Urin – ein Harnverschluss ist lebensgefährlich
- Unfall (angefahren, Sturz aus großer Höhe) – auch ohne sichtbare Verletzung, innere Blutungen sind möglich
- Hitzschlag: starkes Hecheln, Taumeln, Erbrechen nach Hitze, z. B. im Auto
- Geburt stockt: starke Presswehen ohne Erfolg, grünlich-schwarzer Ausfluss ohne Junges
- Kaninchen oder Meerschweinchen frisst seit mehreren Stunden nicht oder setzt keinen Kot ab
- Verletztes oder hervortretendes Auge
So handelst du richtig
- Ruhe bewahren und dich selbst schützen. Auch das liebste Tier kann vor Schmerz oder Angst beißen oder kratzen. Nähere dich langsam und sprich ruhig.
- Anrufen: Tierklinik oder tierärztlichen Notdienst anrufen, kurz schildern, was passiert ist, und fragen, wohin du kommen sollst. Viele Praxen nennen die aktuelle Notdienstnummer auf dem Anrufbeantworter.
- Sicher transportieren: Katzen und kleine Tiere in einer Transportbox, größere Hunde auf einer Decke als Trage. Dein Tier warm halten – außer bei Hitzschlag.
- Mitnehmen: Heimtierausweis bzw. Impfpass, Medikamente deines Tieres und bei Vergiftungsverdacht Verpackung, Köder- oder Pflanzenreste.
Erste Hilfe – die wichtigsten Handgriffe
Ein Erste-Hilfe-Kurs für Hunde- oder Pferdehalter lohnt sich – viele Tierarztpraxen und Hundeschulen bieten ihn an.
Was kostet der Notdienst?
Seit November 2022 gilt die neue Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Im Notdienst – nachts, am Wochenende und an Feiertagen – berechnen Tierarztpraxen und Tierkliniken eine Notdienstgebühr von 50 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) und mindestens den zweifachen Gebührensatz, höchstens den vierfachen. Eine Tierkrankenversicherung oder OP-Versicherung kann solche Kosten abfedern – frag im Zweifel vorher nach.
Notdienst und Tierkliniken in der Nähe
Tierkliniken mit 24-Stunden-Notdienst und Praxen, die einen Notdienst angeben. Bitte vorher anrufen – nicht jede Klinik kann jederzeit jedes Tier aufnehmen.
Angaben aus OpenStreetMap bzw. von den Praxen, ohne Gewähr. Der tierärztliche Notdienst wird regional organisiert und wechselt – die aktuelle Nummer nennt dir deine Haustierarztpraxis.
Jetzt geöffnete Praxis finden
Dringend, aber kein Notfall – und die Praxen haben noch geöffnet? Dann ist deine Haustierarztpraxis oder eine geöffnete Praxis in der Nähe meist der schnellste Weg.
„Geöffnet“ richtet sich nach den hinterlegten Sprechzeiten. Viele Praxen haben (noch) keine Zeiten eingetragen und erscheinen dann nicht.
Und wenn Menschen in Gefahr sind?
- 112
- Rettungsdienst und Feuerwehr – wenn Menschen verletzt sind oder z. B. ein Tier auf der Autobahn eine Gefahr ist
- 110
- Polizei – bei Verkehrsunfällen mit Tieren, Tierquälerei oder freilaufenden gefährlichen Tieren
Nicht dringend? Der Wegweiser hilft dir, die passende Praxis zu finden.
MeineTierarztsuche stellt keine Ferndiagnose und kann einen Notfall nicht ausschließen. Diese Hinweise ersetzen keine tierärztliche Untersuchung.